Yandex

Wallets

Daniela Geldbörsen Einzigartige Ansichten: 63

BitGo

0 (0 Reviews)
Visit wallet website
Compare with:
Datum gefunden

Dec 31, 2012

Name des Gründers

Mike Belshe

Name

BitGo

Wallet type

Online, Web, Multisignature, Internet

Country

United States

Languages

English

Price

0, 10% pro ausgehender Transaktion + Netzwerkgebühren

Two-Factor Authentication

Yes

Own private keys

Yes

Einleitung

Trotz des Bitfinex Hacker-Skandals im Jahr 2016, an dem BitGo laut böser Zungen teilweise Schuld hatte (mehr dazu weiter unten), hat es BitGo geschafft, sich als eine der sichersten und vertrauenswürdigsten Lösungen für Investoren, Trader, Fintech-Organisationen und Unternehmen zu etablieren. Auch Bruttonormalverbraucher sind von den starken Sicherheitsoptionen und der nutzerfreundlichen Bedienung angetan – BitGo ist für viele die beste Wallet auf dem Markt und wird auch offiziell von Bitcoin.org empfohlen. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Hardware Wallet oder einen Desktop Client, sondern um eine Web Wallet bzw. „Hot Wallet“. Das macht das Ganze nur noch interessanter.

 

BitGo wurde 2013 von Mike Belshe in Palo Alto, Kalifornien, gegründet. Das Unternehmen bietet „Security-as-a-Service“ für hochkarätige Bitcoin-Investoren, bei denen es um Millionen von US-Dollar geht. Die große Neuerung, die BitGo damals einführte, war das Multi-Signature-Verfahren. Multi-Signature heißt, dass mehrere Teilhaber auf eine Wallet zugreifen, nicht aber im Alleingang Transaktionen durchführen können – hierfür werden die Unterschriften der anderen Teilnehmer gebraucht. Bei BitGo erfordern aber auch private Wallets mehr als eine Unterschrift. Multi-Signature erfolgt in diesem Fall zwischen dem Kunden, BitGo und einem „Key Recovery Service“ (KRS).

 

Dieses zentrale Sicherheits-Feature funktioniert wie folgt: Jede Transaktion muss per Standardeinstellung von zwei aus drei Key-Besitzern signiert werden. Den ersten Private Key besitzt der Kunde, der zweite liegt in der Obhut von BitGo und der dritte wird von dem KRS aufbewahrt. Allerdings kommt der KRS nur in Notfällen zum Einsatz – typischerweise unterzeichnen der Kunde und BitGo die Transaktionen. BitGo überprüft dabei diverse Parameter, um sicherzustellen, dass die Transaktion auch wirklich von dem Kunden initiiert wurde.

 

Im Whitepaper erklärt Mike Belshe, dass er BitGo nicht als Web Wallet ansieht, da derartige Anbieter die Private Keys stets in ihrer Obhut haben und der Kunde vollkommen auf die Plattform angewiesen ist. Desktop Clients, bei denen der Kunde allein Zugang zu den Private Keys besitzt, stellen ebenfalls ein Risiko dar, denn: Die Wallet ist immer nur so sicher, wie es der eigene Computer ist. BitGo zieht stattdessen den P2SH-Ansatz heran („Pay To Script Hash“), der die sogenannten 2-von-3-Adressen ermöglicht. Dies bietet folgende Vorteile:

  1. Vertrauenswürdige Parteien können mit ihrem Key Transaktionen des Kundens bestätigen, aber nicht von sich aus Transaktionen initiieren.
  2. Wenn der Kunde seinen Key und sein Passwort verliert, verliert er nicht den Zugang zu seinem Vermögen. BitGo und der Key Recovery Service können die Wallet wiederherstellen, wobei der KRS einen Gebühr von 99$ erhebt.
  3. Der Kunde kann den Key mit mehreren Parteien teilen, die nicht individuell, sondern nur gemeinsam handeln können, um an das Geld zu kommen.

 

Ein weiterer Vorteil von BitGo ist die Möglichkeit, sich eine private Blockchain erstellen zu lassen. Das wird insbesondere dann relevant, wenn institutionelle Investoren auf Grenzen stoßen, da öffentliche Blockchains die rechtlichen Anforderungen nicht erfüllen. Diesen Service hat sich zum Beispiel das Regierungsunternehmen UK Royal Mint zu Nutze gemacht und auf der Basis einer personalisierten Blockchain einen Token herausgebracht, welches reales Gold in digitaler Form repräsentiert.

 

BitGo‘s Dienste für die sichere Aufbewahrung von Coins werden von zahlreichen Krypto-Giganten genutzt, wie etwa BitStamp, UpBit, Civic und BitBay. Für seine Firmenkunden rief das Unternehmen die BitGo Trust Company ins Leben, die als qualifizierte Depotstelle von der South Dakota Division of Banking reguliert wird. Firmen, die mehr als 10 Millionen US-Dollar aufbewahren wollen, wählen das Produkt „BitGo Custody“ mit kombiniertem Cold Storage und Web-Zugang zu einer Hot Wallet. Darüber hinaus gibt es noch die BitGo Business Wallet für Firmen, die monatlich ein Transaktionsvolumen von über 1 Million US-Dollar verzeichnen.

Für uns von Interesse ist jedoch die „Pay as you go“-Wallet für Individuen. Diese erfolgt vertragslos und akzeptiert folgende Coins:

  1. Bitcoin, Bitcoin Gold, Bitcoin Cash
  2. Litecoin
  3. DASH
  4. Zcash

 

Die Vorteile dieser Wallet liegen in den vielfältigen Sicherheitsoptionen, der einfachen Bedienung und den ausführlichen Erklärungen im FAQ.

 

Einrichtung und Nutzung

Sie können sich bei BitGo für einen „Personal Account“ oder einen „Business Account“ registrieren. Die Anmeldung für den Personal Account erfolgt unter Angabe Ihres vollen Namens, Ihres Landes, der E-Mail-Adresse und eines frei gewählten Passworts. Besonders nett ist der Hinweis, wie lange ein Hacker brauchen würde, um Ihr Passwort zu knacken.

 

Direkt nach dem ersten Login müssen Sie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung per Google Authenticator oder Yubikey aktivieren – die Betonung liegt auf „müssen“, denn diesen Schritt kann man nicht überspringen. Danach gelangen Sie bereits zur Kontoübersicht. Sie können die Basiswährung in US-Dollar, Pfund oder Euro einstellen sowie E-Mail-Benachrichtigungen aktivieren (diese erhalten Sie, wenn Geld empfangen oder gesendet wird). Schließlich gilt es, eine neue Wallet in der gewünschten Währung zu erstellen. Für jede Ihrer Wallets nehmen Sie spezifische Einstellungen vor. Sie wählen etwa aus, ob Sie das Login-Passwort auch für die Entsperrung der Wallet nutzen möchten oder lieber ein zweites Passwort erstellen. Anschließend ist die Wallet mit einen Code zu aktivieren, den Sie auf der Keycard einsehen können. Jene Keycard sollten Sie ausgedruckt, offline gespeichert und vom PC gelöscht haben, bevor Sie weiter verfahren.

 

Ihre BitGo Wallet können Sie nun mit weiteren Personen teilen und verschiedene Rollen zuweisenen. Außerdem sollten Sie die „Wallet Policies“ festlegen. Hier können Sie Transaktionslimits für ausgehende Zahlungen festlegen, um das Verlustrisiko im Ausnahmefall zu minimieren. Jene Limits sind pro Stunde, pro Tag und pro Transaktion anzugeben. BitGo wird nun sämtliche Transaktionen, welche die gesetzten Grenzen überschreiten, automatisch blockieren. Sie können allerdings zwei weitere Admins benennen, die bei größeren Transaktionen ihre Zustimmung geben müssen – dies ist die einzige Möglichkeit, die Wallet Policies zu umgehen. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme von BitGo ist die Wallet ID-Whitelist mit einer Liste aller Adressen, die für den Empfang von Zahlungen berechtigt sind. Im Audit Log können Sie später alle Ihre Aktivitäten nachvollziehen.

Wer noch eins drauf legen will, kann pro Währung zwei Wallets erstellen: Eine Hot Wallet und eine Warm Wallet (als Alternative zum Cold Storage). Die Hot Wallet verzeichnet typischerweise hohe Transaktionsvolumina und sollte deshalb nur wenig Guthaben besitzen sowie sehr strenge Transaktionslimits aufweisen. Sie können für die Hot Wallet auch Transaktionslimits von Null festlegen, sodass jegliche Zahlungsaktivitäten von Ihnen und zwei weiteren Admins abgesegnet werden müssen. Den Großteil Ihres Geldes bewahren Sie in einer Warm Wallet derselben Währung auf. Für jene Warm Wallet kommt die Whitelist zum Einsatz, mit der Sie einzig und allein die Adresse der Hot Wallet zum Empfang von Transaktionen berechtigen.

 

Im ausführlichen FAQ sind die „Security Best Practices“ noch einmal detailliert aufgeführt. Individualkunden können außerdem auf einen E-Mail-Support zurückgreifen. Der große Nachteil der BitGo Wallet sind die vergleichsweise hohen Gebühren. Für die „Pay as you go“-Wallet zahlen Sie 0,1% auf jede abgehende Transaktion. Zusätzlich zu den Nutzungsgebühren fallen die üblichen Netzwerkgebühren (Miner Fees) an. Diese sind zwar voreingestellt, können jedoch manuell geändert werden. Wenn Sie den Miner Fee zu niedrig ansetzen, besteht allerdings das Risiko, dass Ihre Transaktion nur mit großer Verzögerung bestätigt wird.

 

Sicherheit

Das Prinzip der BitGo Wallet macht irgendwie Sinn und ist ein guter Kompromiss für Krypto-Besitzer, die Ihre Private Keys keiner dritten Partei überlassen wollen, aber auch Angst vor der vollen Verantwortung für die eigene Sicherheit haben. BitGo bietet die Bequemlichkeit einer Web Wallet und die Sicherheitsfunktionen anderer Wallet-Typen. Große Unternehmen vertrauen BitGo Millionen von US-Dollar an, was sicherlich ein Pluspunkt ist. Doch in Krypto-Kreisen herrscht auch viel Skepsis bezüglich des Sicherheitsmodells von BitGo. Vielen misfällt der Gedanke, dass sie nicht die alleinigen Besitzer der Private Keys sind und auf zwei „fremde“ Parteien angewiesen sind.

 

Dazu kommt, dass BitGo zusammen mit Bitfinex im Jahr 2016 in einen riesigen Hacker-Skandal verwickelt war. In der Tat handelte es sich dabei um den zweitgrößten Krypto-Diebstahl nach Mt. Gox. Bitfinex nutzte damals die Multi-Signaturen-Wallet von BitGo, um die Gelder der Trader zu verwalten. Die Börse behielt zwei von drei Private Keys, während BitGo den dritten Key besaß. Als der Diebstahl von umgerechnet etwa 60 Millionen US-Dollar stattfand, unterzeichnete BitGo die Transaktion und ließ sie durchgehen – ohne irgendwelche Warnsignale zu erkennen. Dies führte dazu, dass viele Menschen das Vertrauen in BitGo als Co-Unterzeichner verloren. Die Schwachstelle lag zwar ganz klar bei Bitfinex, doch BitGo hätte die Transaktion niemals absegnen dürfen. BitGo verfasste dazu ein Statement, in dem man sämtliche Schuld von sich wies und den Usern versicherte, dass der eigene Server in keinster Weise beeinträchtigt war.

 

Auch wenn dies ein herber Rückschlag für BitGo war, ließ sich das Unternehmen nicht unterkriegen. Das mit Freude erwartete Produkt BitGo Custody, welches eine Cold Wallet und eine Hot Wallet miteinander kombiniert und von der South Dakota Division of Banking reguliert wird, wurde erst im Jahr 2018 gelauncht. Im Jahr 2017 verwaltete BitGo Krypto-Wallets mit Guthaben von nahezu 1 Milliarde US-Dollar. Momentan – so heißt es – bereite sich CEO Mike Belshe auf die „1 Billion Wallet“ vor. BitGo zählt also nach wie vor zu den Top Providern sicherer Online Wallets. Im Endeffekt liegt es ganz bei Ihnen, mit welcher Art von Wallet Sie sich am wohlsten fühlen.

 

Vorteile

  1. renommierter Wallet-Anbieter, der mit starken Partnern und Krypto-Börsen zusammenarbeitet
  2. spezialisierte Produkte für Institutionen und für Individuen (sehr nutzerfreundlich)
  3. eine der sichersten Hot Wallets auf dem Markt mit vorbildlichen Sicherheitsfunktionen und Einstellungsmöglichkeiten.
  4. Multi-Signature-Wallet für maximale Sicherheit: Sowohl der Kunde als auch BitGo besitzen Keys und validieren Transaktionen. Mehrere Nutzer und Admins sind pro Wallet möglich

 

Nachteile

  1. Nutzer klagen über vergleichsweise hohe Gebühren
  2. BitGo verlor durch den Bitfinex Hacker-Skandal an Vertrauen
  3. Ethereum- und ERC20-Support gibt es nur für die Business Wallets
0 0

Wie uns

Copyright © 2017 - 2019. Alle Rechte vorbehalten.